Portfoliobeispiele aus der Primarschule


Pattys "Troll-Portfolio"

Dieses Portfolio ist eine Arbeit der Schülerin Patricia zu einem individuell gewählten Thema. Dazu gab es ein Rahmenthema (Phantasiewesen) und auch weitere Vorgaben (siehe im Portfolio). Es entstand in einer 2. Klasse an der Berliner Grundschule „Am Rohrgarten“. Nach unserem Wortgebrauch gehört es in die Gruppe der Themen- und Rechercheportfolios. Außer einem Sachtext, einer frei erzählten Geschichte sollte eine künstlerische Arbeit und eine Reflexion für das Portfolio angefertigt werden so. Zudem enthält das Portfolio einige Planungs- und Besprechungsdokumente.

Für die Lehrerin, Isabel Wiedehage, war das Portfolio insofern wichtig, weil es zeigte, welche großen Motivationsquellen mit dieser Methode freigelegt werden konnten und wie die Leistungen der Kinder umfassend und persönlich dokumentiert werden konnten. Später erlangte dieses Portfolio noch auf einer Tagung des Obermarchtaler Portfoliokreises eine Bedeutung, weil wir an ihm erprobten, wie wir Portfolios gut besprechen und kommentieren konnten (siehe: Winter/Volkwein: Wir beginnen mit einer „Werkbetrachtung“. In: Das Handbuch Portfolioarbeit).


Portfolio "Das Tier und wir"

Die Portfolioarbeit »Das Tier und wir« aus einer 5.Klasse verbindet unterschiedliche sprachliche Anforderungen
und Kompetenzen im Deutschunterricht mit gestalterischen Kompetenzen auf der 5. Schulstufe. Die Schülerinnen und Schüler sollen mögliche Beziehungen zwischen Mensch und Tier anhand eigener Erfahrungen und Recherchen sowie anhand von Gesprächen mit Fachpersonen exemplarisch darstellen. Die Wahl des Tieres, des damit verbundenen Unterthemas und der Gesprächspartnerinnen und -partner bleiben
dabei den Schülerinnen und Schülern überlassen.

 


LUNAS BLAUDRUCK-PORTFOLIO

Dieses Portfolio ist in einer 2. Klasse der Berliner „Schule am Rohrgarten“ entstanden. Das Oberthema lautete: Ein Spaziergang durch Zehlendorf. Die Schülerinnen mussten sich in diesem Rahmen ein Thema wählen. Insbesondere sollte es um Handwerke gehen, die dort auch vertreten waren. Bei einem Museumsbesuch sah Luna eine Blaudruckerin und interessierte sich für diese alte Technik. Damit sie ihr Portfolio erstellen konnte, besuchte sie die Blaudruckerin noch einmal mit ihrer Mutter und schrieb dann – entsprechend den Vorgaben – einen Bericht, eine Phantasiegeschichte und fertigte auch künstlerische Produkte an. Das größte davon ist im Portfolio nicht zu sehen. Es handelt sich um ein selbst zusammengenähtes Kleid, aus selbst blau bedrucktem Stoff. In einem frei zugänglichen Vortrag (siehe: http://www.vds-bildungsmedien.de/veranstaltungen/symposien-zur-didacta/symposien-2007/ - dort unter Downloads, Symposion Fördern und Fordern, s.S. 40) hat Felix Winter auf einige diagnostisch relevante Schlüsse hingewiesen, die anhand des Portfolios gezogen werden können. Zudem existiert ein kleiner Film mit einem Planungsgespräch zu diesem Portfolio.i
Vielen Dank an Luna Behrens und ihre Lehrerin Cordula Witte, dass sie uns das Portfolio zur Verfügung gestellt haben.


Der Weg zu diesem Praxisbeispiel wird im zweiten Teil des Bandes "Kompetenzorientierter Unterricht mit Portfolio" (hep, 2017)

zusammen mit einem Vorschlag zur Grundstruktur schulischer Portfolioarbeit ausführlich geschildert.